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Geschichten für Herz und Seele

© LEOpold Zillinger



 


DAS LEBEN

UND DIE LEBENSFREUDE

Schenke der Welt ein Lächeln, und die Welt lächelt zurück!

  

Na schön, schon klar, wenn man von Sorgen geplagt ist, schläft es sich unrund und man tut sich schwer, nach dem nervenden Gebimmel des Weckers die heile Welt des kuscheligen Bettes zu verlassen. Schließlich stellt man keine großen Erwartungen an den Tag. Also muffelt man sich lustlos ins Bad, nörgelt an dem Gesicht im Spiegel herum, ärgert sich über widerspenstige Haarbüschel und reagiert sich frustriert an der Zahnpastatube ab. Die miese Laune nach dem Erwachen baut sich zunehmend auf. Man bleibt mit seiner Aufmerksamkeit bei den Sorgen hängen. Keine Idee sich da auszuklinken, um zumindest einen Versuch zu starten, sich positiv zu stimmen. Eher wird das Selbstmitleid gestreichelt und man fühlt sich als ohnmächtiges Opfer einer Weltverschwörung. Bis sich der Lebensfrust endgültig wie ein Tsunami im angeschla-genen Gemüt austobt.

Man muss kein genialer Mathe-matiker sein um sich ausrechnen zu können, dass dieser Tag tatsächlich in einer mittleren Katastrophe enden wird. Zumindest mit hoher Wahr-scheinlichkeit. Er wird den Erwartungen gerecht. Und wenn man dann nächtens ausgelaugt in die schützende Umarmung der Matratze zurückkehrt, schließt der letzte Gedanke mit der vermeintlichen Gewissheit:

„Ich hab es ja gewusst!“

Na schön, schon klar, wenn man von Sorgen geplagt wird, können einem kluge Durchhalteparolen gestohlen bleiben. Sie besorgen dir weder einen Job, noch reduzieren sie die laufenden Kosten. Trotzdem kann eine positive Art und Weise mit den Problemen umzugehen, den Stresspegel erheblich entschär-fen. Denn eines steht doch einsichtig fest: Wut, Enttäu-schung, Hoffungslosigkeit oder Resignation färben die schwierigen Umstände  nicht bunter. Fröhlichere Gedanken hingegen sehr wohl. Ich meine nicht Realitätsflucht. Ich meine nicht, dass wir die Dinge schön reden sollen und schon gar nicht tendiere ich zu einer „Kopf in den Sand – Mentalität“! Ich meine ganz einfach, dass es ein erheblicher Unterschied ist, ob die Sorgen uns beherrschen, oder ob wir die Sorgen unter Kontrolle haben! Verschenke ich meinen Tag gänzlich an die schwierigen Umstände, oder mache ich trotzdem das Beste daraus?

Und he, das Beste daraus zu machen funktioniert simpel einfach! Es gibt jede Menge kaum aufwendige Möglichkeiten den Tag entsprechend motivierend auf die Sprünge zu helfen. Wie wäre es zum Beispiel mit deiner Lieblingsmusik? Swinge doch singend leichtfüßig ins Bad und überrasche dein Spiegelbild mit einem charmanten Lächeln, anstatt den Miesmacher raus hängen zu lassen. Vielleicht gelingt dir sogar ein freundlicher „Guten Morgen – Gruß“ an dich selbst und dann streifst du nicht das nächst beste T-Shirt über, sondern wählst eine Farbe aus, die Laune macht. Und wenn deine Lieben um dich herum Trübsal blasen sollten, na dann umarme sie, herze sie, sag ihnen etwas Nettes, zaubere einen liebevoll gedeckten Frühstückstisch herbei und genieße dein Brot, dein Semmerl, dein weiches Ei, dein was auch immer du gerne deinem Bauch zuführst. Bemühe dich dir dabei  gelassen bewusst zu machen, dass die Sorgen nur ein Teil deines Lebens sind.

Was ist der Rest? Der Rest ist das, was du daraus machst! Das Leben ist nie nur ein Jammertal. Außer du entscheidest dich, es so zu durch-wandern. Wir sehen immer das, worauf wir hauptsächlich unsere Aufmerksamkeit lenken. Das Leben bestätigt dir deine Einstellung. Also übe Großzügigkeit im Denken. Gib deinem Tag die faire Chance, dich mit unerwarteten Möglichkeiten zu über-raschen. Manchmal sollten wir uns eingestehen, dass wir nicht immer wissen, wie die Dinge laufen werden.

Apropos unerwartete Möglich-keiten. Wenn wir schon dabei sind unser Denken sonnig aufzumöbeln, können wir gleich noch einen mutigen Schritt weiter gehen. Mitten hinein in die Eigeninitiative. Bitten wir doch höflich die geläufigen „Pfeifdrauf-Ansagen“ vorübergehend ins Nebenzimmer. So Ansagen wie „Das bringt doch nichts!“, „Na, auf mich haben die gerade noch gewartet!“, „Alles Unsinn!“ oder, ein weiterer Klassiker unter den Selbstverhinderungsparolen, „Wozu soll das gut sein?“. Also schieben wir diese Zweifel mal beiseite und üben uns in der Kunst des Vertrauens. Dazu passt es hervorragend die üblichen Denkschienen zu verlassen. Ich meine, wenn unsere Methoden zur Verbesserung der Situation  bisher nicht wirklich gefruchtet haben, dann wäre es doch logisch und klug, diese Methoden auszutauschen? Ok, da betreten wir Neuland. Wir tun uns mit Veränderungen etwas schwer. Was soll´s? Wie heißt es doch so treffend?

„Eine außergewöhnliche Situation bedarf einer außer-gewöhnlicher Lösung!“

Damit spiele ich uns zurück zur bereits erwähnten Eigeninitiative. Es könnte außergewöhnlich sein, das persönliche Befinden weit weniger von Personen und Umständen abhängig zu machen und dafür weit mehr von sich selbst und der ernst gemeinten Absicht, die Dinge tatkräftig in die Hand zu nehmen. Die Phrase „Jeder ist seines Glückes Schmied“ mag ein abge-droschenes Klischee sein. Gültig ist es alle mal.

Na, dann schmieden wir doch!

Setzen wir uns das verdiente Ziel, unsere Lebensqualität in jeder Hinsicht zu verbessern. Jetzt folgt möglicher- weise ein typisches Aha-Erlebnis. Wir sind nämlich gefordert uns wirklich ernsthaft für dieses Ziel zu entscheiden. Hier höre ich schon das erste „Aha“. Es gibt zwei grundlegende Arten der Entscheidung. Die eine, von der ich selbstsicher behaupte, dass sie die weit geläufigere ist, und die andere, die das Ziel nie aus den Augen verliert. Die eine lautet: „Ok, ich entscheide mich für mehr Lebens-qualität!“ und dann folgt der Zusatz: „Ja, aber ...!“ Und schon entschwindet das Ziel in den unendlichen Weiten der Unerreichbarkeit. In dem Moment, wo ich es zulasse, dass ein „Ja, aber“ mit erhobenem Zeigefinger in meinem Bewusstsein Stellung bezieht, verblasst das Ziel hinter Argumenten, die mir durchaus plausibel versichern,  dass ich das nicht schaffe. Das „Ja, aber“ schickt beispielhafte Erinne-rungen hoch, in denen ich gescheitert bin. Na und? Wollen wir die Pfeifdrauf-Ansagen wieder herein bitten? Sicher nicht!

Na schön. Schon klar. Da ist früher einiges schief gelaufen. Aber weißt du, was an der Vergangenheit so toll ist? Sie ist vergangen! Vorbei! Sie liegt hinter uns! Wenn wir uns im negativen Sinne nur auf das verlassen, was irgendwann damals passiert ist, findet keine wirkliche Zukunft statt!  Wir sind von dem Scheitern in der Vergangenheit derart einge-schüchtert, dass wir uns nichts mehr zutrauen. Zumindest nichts, was sich außerhalb der Gewohnheiten bewegt. Die Geschwister mangelndes Selbst-vertrauen und geringer Selbst-wert kontrollieren die Grenzen  zu dem Abenteuer Leben. Ein Leben in Fülle. Wir betrachten gerne erfolgreiche Menschen. Wir träumen gerne davon, so zu sein. Wir stehen vor solchen Leben wie vor Geschäftsauslagen, hinter denen all das glänzt, was wir vermissen. Was stimmt nicht mit uns, dass wir nicht auch so sind? Es sind diese „Wenn und Aber“ die uns einreden, wir sind nicht gut genug! Ist das so? Sind wir nicht gut genug? Doch, wir sind es. Absolut! Kein Mensch kommt eingeschüchtert und unfähig in diese Welt. Es sind gewisse Umstände, die uns das glauben machen. Vielleicht wurden wir nicht entsprechend gefördert. Vielleicht hat man uns viel zu selten gesagt, wie großartig und liebenswert wir sind. Doch was auch immer die Gründe für unsere Zurückhaltung sind, ich vertrete krisensicher die Überzeugung:

Jeder Mensch ist dazu fähig im Rahmen seiner Möglichkeiten das Leben erfolgreich zu gestalten und etwas Wunderbares zu dieser Welt beizutragen.

Diesen Rahmen unserer Möglichkeiten bestimmen wir ja letztlich selbst. Und er kann ein weites Land werden, wenn wir uns von dem,  was uns juckt, kratzt und beißt, die grundsätzliche Lebensfreude nicht vermiesen lassen! Diese grundsätzliche Freude am Leben ist die aufrechte Würde, die in jeder Form von Krise bleibt. Sie ist das Salz und der Pfeffer im täglichen Menü, das uns die Herausforderungen servieren. Sie ist das Gottvertrauen, die Zuversicht und die Vernunft in den schwierigsten Stunden. Sie genießt auch die einfachen Glücksmomente und schenkt ihnen Bedeutung. Sie genießt den erholsamen Spazier-gang, die Melange im Stammkaffee, den Sportteil in der Tageszeitung, die Berührung eines Freundes, das nette E-Mail, die Fotos vom letzten Urlaub, die schnurrende Katze auf dem Sofa, den tropfenden Wasserhahn, den Plausch mit der Kassiererin im Supermarkt, die Schnäppchenjagd beim Schlussverkauf,  das Kuchenbacken und das Planschen in der Badewanne. Sie lacht gerne, sie scherzt gerne und sie wird unbeschwert,  wenn es zu ernst wird.

Die Lebensfreude gibt dem Leben gerade dann Sinn, wenn es uns am sinnlosesten erscheint. Sie weiß, dass es für jede Sackgasse einen Ausweg gibt, für jedes Problem eine glückliche Lösung und für jedes Ziel einen sicheren Weg.

Wenn wir uns also ohne „Wenn und Aber“ aus der Lebensfreude heraus für mehr Lebensqualität entscheiden, dann lächelt uns das Ziel entgegen und wir werden es erreichen. Jemand hat einmal gesagt:

„Aus den Steinen, die am Weg liegen, baust du dir dein  glückliches Zuhause!

LEO

Aus dem Herzen, in die Herzen!